Falk Wiesemann
Sepulcra judaica
Bibliographie zu jüdischen Friedhöfen und zu Sterben, Begräbnis und Trauer bei den Juden von der Zeit des Hellenismus bis zur Gegenwart
lieferbar, erschienen am 01.11.04
780 Seiten, Hardcover, 49,95 €
ISBN: 978-3-89861-422-1

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Seit den biblischen Zeiten sind die Sorge um Kranke und Sterbende sowie die Verpflichtung, die Toten zu bestatten und zu betrauern, als substantielle Elemente der religiös bestimmten Sozialordnung des Judentums dokumentiert. In den Friedhöfen spiegelt sich die Geschichte von Religiosität und Frömmigkeit, von sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen, von der Entwicklung einzelner Gemeinden wie auch regionaler und weiträumiger Verflechtungen wider. Angesichts der zentralen Bedeutung von Sterben und Trauer, Begräbnis und Begräbnisstätten im Judentum nimmt es wunder, dass bisher noch kein Versuch einer systematischen Zusammenstellung der einschlägigen Literatur unternommen worden ist. Die vorliegende Bibliographie schließt mit ihren rund 9.000, teils mit Annotationen versehenen Titeleinträgen diese Lücke. Vorangestellt ist ein Hauptabschnitt, worin die Literatur zu Sterben, Begräbnis und Trauer zusammengestellt ist. Den übrigen Teilen liegt ein chronologisches und ein geographisches Grobraster zugrunde, wodurch es möglich wird, Fragen der Kontinuität und Diskontinuität jüdischer Sepulkralkultur nachzugehen. In Anbetracht der massiven Vernichtung jüdischen Kulturguts im Verlauf von Verfolgungen kommt nicht nur der Dokumentation und Erhaltung von Friedhöfen und Grabinschriften eine zentrale Rolle zu, sondern auch der bibliographischen Erfassung von Erzähltem, Beschriebenem, bereits Dokumentiertem, teilweise aber mittlerweile schon wieder Verschwundenem oder Zerstörtem. Mit dem gewachsenen gedächtniskulturellen Bewusstsein intensiviert sich auch das Interesse an genealogischen Recherchen mit ihren Eckpfeilern Geburt, Heirat und Tod, die allesamt ihren Niederschlag in den Grabinschriften gefunden haben.

Über den Autor:

Falk Wiesemann, geboren 1944 in Fürstenfeldbruck, hat in München Geschichte, Germanistik und Sozialwissenschaften studiert. 1974 wurde er mit einer Arbeit über die Vorgeschichte des Nationalsozialismus in Bayern promoviert. 1998 wurde er habilitiert. Er ist Akademischer Oberrat und Professor an der Universität Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Zeitgeschichte und Sozialgeschichte, besonders die deutsch-jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.


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